Wer das richtige Handy sucht, der wird ja meistens an einer tiefgründigen Analyse des Marktes und einer Studie der aktuellen Technik nicht vorbei kommen. Wie gewohnt, wenn die CommunityPower Redaktion Handys testet, geht es hoch her und meistens setzen wir im Vorfeld schon eine bestimmte Benchmark, an der wir dann den Markt deutlich eingrenzen.
Nachdem wir ausführlich das HTC 7 Mozart getestet hatten, haben wir im Laufe der Zeit beim Einsatz in der Redaktion festgestellt, dass ein reines Touch-Phone doch nichts für uns ist. Die Quertz-Tastatur-Liebhaber unter uns überwiegen einfach, weshalb wir nun seit 2 Monaten den Markt nach vernünftigen Handys screenen, die „touchen“ und „typen“ können.
Mit Sicherheit muss man dadurch etwas mehr Gewicht in Kauf nehmen, allerdings ist einem das relativ egal, wenn man Soft- und Hardware Reviews von unterwegs aus schreiben möchte, und einem das Gefummel auf dem Touchscreen irgendwann auf die Nerven geht.
Das HTC 7 Mozart erfüllte bis dato ansonsten alle unsere Wünsche:
- Windows Mobile 7
- Ein exzellentes Kontaktmanagement
- Zahlreiche nützliche Gimmicks und Features
- 1 GHz schneller Prozessor
- Native Microsoft Exchange Anbindung
HTC 7 Mozart

Das Touch Handy von HTC
Die einzigen beiden Mankos, waren lediglich die fehlende Tastatur und das Update Desaster mit der Telekom. Ende März hat Microsoft ein Update für Microsoft 7, das sog. „Nodo Update“ herausgebracht, was allerdings auch heute noch nicht bei den Endbenutzern angekommen ist, da die Telekom die Auslieferung zwecks Tests das neuen Updates noch unterbindet. Eine geringe Anzahl von Usern bei Vodafone und O2 hatten wohl Probleme mit dem Update, woraufhin die Telekom das Update stoppte und seitdem nichts mehr von sich hören ließ.
Das Nodo Update sollte folgende Funktionen beinhalten: Copy & Paste, schnellerer Programmstart, verbesserte Marktplatz-Suche und diverse Bugfixes. (Update: das Update wurde am 05. Mai eingespeist).
Nachdem wir den Markt gründlich gescreent hatten und so ziemlich jeden Testbericht gelesen hatten, den andere Magazine schon verfasst hatten, blieben schon nicht mehr viele Handys übrig, die von uns als sinnvoll erachtet wurden.
Wie gewohnt legen wir gar keinen Wert auf die eingebaute Kamera oder die Musikfähigkeiten, da es dort selbständige Geräte gibt, die an sich in ihrem Segment überzeugender sind. Wer Fotos schießen will, der sollte sich eine anständige Kamera kaufen.
Die absoluten „must haves“ sind „Microsoft Exchange Unterstützung“, „Windows Mobile“, „1 GHz Prozessor“ und „Tethering (Modemfunktion) zumindestens über USB.
Da die Windows Mobile Phones recht übersichtlich sind, springt natürlich das „HTC 7 Pro“ für ca. 460 Euro ins Auge, dass wir vor dem HTC 7 Mozart ohnehin ins Auge gefasst hatten, das allerdings erst im Juni 2011 kommen sollte. Allerdings kam es dann schon im Januar 2011. Ärgerlich, dass wir im November in unserer Testredaktion dann schon das „Mozart“ gekauft hatten. Das haben wir davon, dass wir immer vorne mit dabei sein wollen.
HTC 7 Pro
Das „HTC 7 Pro“ hat eine Tastatur und ist ansonsten identisch mit dem „HTC 7 Mozart“. Nur der Haken an der Sache ist auf der einen Seite, dass der Bildschirm mit 9.6 cm nach wie vor eher tendentiell klein ist. Es ist kein Muss, dass der Bildschirm größer ist, aber wenn man ein HTC 7 Mozart schon durch ein neues Handy ersetzt, dann wäre es ja zumindestens schön, wenn dann auch das Display etwas größer wäre.
Ein weiterer – sehr entscheidender Fakt gegen das HTC 7 Pro ist die Tatsache, dass es HTC nicht gelungen ist, das der Bildschirm sich beim Drehen des Handys mitbewegt. Zumindestens bei einigen Menüeinstellung. Sprich man hat zwar eine Tastatur, aber beim Drehen des Handys bleibt das Bild vertikal, was ja mal absoluter Blödsinn ist.
Auch das sollte mit einem Patch behoben werden, nur wenn man sich die Update-Politik der Telekom anschaut, dann sollte man da nicht drauf hoffen. Immerhin soll das sog. „Mango Update“ von Microsoft ´s Windows Mobile 7 ja im Herbst 2011 erscheinen, bei der Telekom dann wahrscheinlich Juni 2012.
Der Preisverlauf des HTC 7 Pro ist mittlerweile von 550 Euro auf 460 Euro gefallen (notebooksbilliger.de). Wenn man sich die Entwicklung des HTC 7 Mozart anschaut (November 2010 für 550 Euro zu haben, im März 2011 für 250 Euro zu erwerben), dann sollte man dort auf jeden Fall noch warten.
Tja, und das war es fast auch schon mit den Windows Mobile Phones, die eine Tastatur besitzen. Bis auf eine Ausnahme.
HTC 7 Pro

Das Touch and Type Handy von HTC mit Windows Mobile
Dell Venue Pro
Das „Dell Venue Pro“ ist genau das Handy, wenn auch von Dell, das all das wett zu machen scheint, was HTC beim „HTC 7 Pro“ vermasselt hat. Es hat eine Tastatur und der Bildschirm ist statt 9.6 cm sogar 10.4 cm breit.
Einen Nachteil hat aber auch das Dell-Modell: die Tastatur ist vertikal unter dem Handy angeordnet, was das Tippen doch recht schwierig machen würde, wenn man das Handy dreht und einen breiteren Bildschirm benutzen möchte. Das mag ein Schönheitsfehler sein, aber wer außer RIM mit seinem Blackberry und HTC mit seinem neuen „Cha Cha“ Modell baut denn bitteschön noch das Keyboard vertikal unter das Display ? Außerdem vermarktet Dell seine Artikel ja exklusiv und somit kann kein freier Wettbewerb entstehen. Und nochmal 550 Euro (konstanter Preis ohne Anpassungen über Monate hinweg) für ein Handy auszugeben, ist recht unökonomisch, Spielerei hin oder her.
Dell Venue Pro

Der Testsieger
Nokia E7
Nachdem es sonst auf dem Markt nichts zu geben schien, schauten wir ausnahmsweise mal über den Tellerrand und entdeckten bei den anderen Betriebssystem das „Nokia E7“ mit Symbian OS als Betriebssystem.
Das Handy ist formschön, die Tastatur richtig angeordnet und somit tauchte NOKIA seit Jahren wieder in unserem Blickfeld auf, nachdem die Firma unseres Erachtens jahrelang jeden Trend intensiv verschlafen hatte.
Das Problem bei Nokia ist nur leider, dass das Betriebssystem Symbian in unseren Augen nicht wirklich en vogue ist aktuell. Zudem hat Nokia Anfang 2011 die Symbian-Entwicklung an den Unternehmensberater „Accenture“ verkauft und 4.000 Jobs auf die Wagschale geworfen, was nicht unbedingt Zuversicht auf eine vernünftige Weiterentwicklung des Betriebssystems bei uns hervorruft. Zudem hat das E7 auf der einen Seite zwar 10.2 cm Bilddiagonale (vergleichbar mit dem Dell Venue Pro), aber nur eine Auflösung von 640 x 360 Pixeln. Der „Dell Venue Pro“, das „HTC 7 Mozart“ und „HTC 7 Pro“ haben 800 x 480 Pixel Auflösung.
Also auch raus.
Zudem kostet das Nokia E7 ebenfalls (analog zum Dell Venue Pro) 550 Euro und ein Preisverfall wie bei dem HTC 7 Mozart ist ebenfalls nicht in Sicht.
Nokia E7

Nokia E7 mit Symbian OS
Motorola Milestone 2
Der nächste Kandidat war dann das „Milestone 2“ von Motorola.
Der Pferdefuss hier natürlich die Datenkrake „Google“, die mit ihrem Betriebssystem das Motorla-Handy fest in seinen Fängen hat. Zwar hat Motorola mit Android 2.3 immerhin ein aktuelles Google-Betriebssystem, allerdings überzieht es der Handyhersteller mit seiner „Blur“-Oberfläche, die nicht gerade weniger Daten auf den Motorola-Servern speichert. Und das große Firmen die Datensicherheit nicht ernst nehmen, haben wir ja kürzlich bei Sony gesehen, die mal eben 77 Millionen Kundendaten ihrer Sony Playstation Kundenkartei verloren haben.
Dennoch scheint das Milestone 2 in puncto Gewicht, Tastatur, Bildschirmdiagonale von 9.4 cm fast der geeignete Kandidat zu sein. Die „Microsoft Exchange“-Funktion ist zwar mit Android 2.3 mittlerweile „native“ dabei, allerdings kann es vereinzelt zu Problemen mit der Synchronisation kommen, weshalb es evtl. ratsam ist, sich „Touchdown“ (ca. 19 Euro) oder „Roadsynch (ca. 15 Euro) über den Market Place zu laden/zu erwerben, welches den Exchange-Server entsprechend unterstützt und mit diversen Zusatzfeatures ausstattet.
Motorola Milestone 2

Motorola Milestone 2 mit Android 2.3 und Blur Oberfläche
Testsieger
Nachdem wir somit alle verfügbaren Modelle mit Tastatur unter die Lupe genommen hatten die verfügbar sind, vergewisserten wir uns, dass keine neuen Modelle in naher Zukunft geplant sind und trafen dann eine Entscheidung.
Gegen das Nokia E7 sprach das Betriebssystem, die geringe Auflösung, sowie der Hohe Preis von 550 Euro.
Gegen das HTC 7 Pro sprach dagegen die Tatsache, dass es nicht größer als unser bisheriges HTC 7 Mozart war und ebenfalls mit 450 Euro zu Buche schlagen würde. Ein Preis, für den die Anzahl der Neuerungen dann doch zu gering war.
Gegen das Motorola Milestone 2 sprach das Betriebssystem von Google (Android) und die Tatsache, dass es zwar mit 350 Euro noch bezahlbar war, aber einen entscheidenden anderen Nachteil hatte. Das betrifft anscheinend fast alle Android Modelle. Mit Android 2.2 und 2.3 ist es wohl nur schwer möglich ein Microsoft Exchange Konto einzubinden. Man benötigt dafür dann noch ein kostenpflichtes Exchange Add-In. Und Drittlösungen sind immer potentielle Sicherheitslücken.
Damit verblieb nur noch der Dell Venue Pro. Zwar kostet dieser ebenfalls 550 Euro, dafür hat er allerdings ein gigantisches Display von 10,4 Zoll.
Als negativ erachteten wir die Tastatur, die nach unten auszuziehen ist, anstatt auf der Seite. Wir hatten Bedenken, dass wenn man das Handy in die Waagerechte dreht, die Tastatur dann ja unnötig sein würde, da man ja nicht schräg tippen kann.
Dennoch: wir entschieden uns für das Dell Venue Pro und nahmen in Anbetracht der K.O.-Kriterien der anderen Handys dieses Manko in Kauf.
Erfahrungsbericht Dell Venue Pro:
Das Design
Das Design ist mehr als elegant. Chrom und Carbon-Look. Einfach nur wow.
Das Display
Das Display ist phänomenal. Es gibt wohl kein besseres Display am Markt.
10.4 cm (4.1 Zoll) mit einem kapazitiven WVGA AMOLED Multi-Touch-Bildschirm bestückt, der einfache Wahnsinn.
Das Gewicht
Ein paar Gramm mehr als unser Vorgänger HTC 7 Mozart hat das Gerät natürlich, aber man spürt es kaum. Die Vorteile dagegen (das große Display und die Tastatur) sind es alle mal wert die paar Gramm mehr mit sich zu tragen.
Das Betriebssystem
Unser Hauptanliegen bei Windows Mobile zu bleiben haben wir erfüllt. Dass Android-Handys ständig Spionagevorwürfen ausgesetzt sind, hat seinen Grund. Und Google weiß ohnehin schon genügend über uns und unser Surf- und Einkaufsverhalten (inkl. des Hauses über Streetview), dann muss es sich nicht auch nich in unserem Handy einnisten. Windows Mobil ist einfach wahnsinnig schnell, einfach und gut zu bedienen.
Mit dem "Mango Update" von Microsoft kommt im herbst ebenfalls ein Patch, der Windows Mobile mit zahlreichen zusätzlichen Features ausstatten wird.
Die Tastatur
Die Tastatur ist groß genug und einfach zu erreichen, so dass man auch mit "dicken Fingern" durchaus sein Ziel darauf findet. Es tippt sich deutlich schneller und die "Drehfunktion" des Bildschirms wird gesperrt, solange man die Tastatur aufgeklappt hat. Somit entsteht gar nicht erst der Punkt, den wir zunächst als negativ angesprochen hatten. Da der Bildschirm so groß ist, braucht man das Mobiltelefon ohnehin nicht mehr wirklich drehen.
Die Kamera
.. interessiert uns wie gewohnt nicht. Zum Bilder machen sollte man sich ohnehin eine anständige Kamera kaufen. Für Schnappschüsse langt sie alle mal.
Fazit: ein hoher Preis für ein Handy, aber wer sich solch ein Handy kauft, der zählt ohnehin zu den Technik-Enthusiasten, die bekanntermaßen auch mal tiefer in die Tasche oder das Portemonnaie greifen um ein Stück Innovation in den Händen zu halten.
Das Handy kann einfach alles. Es sieht rattenscharf aus, wiegt nicht viel, ist extrem chique, rasend schnell und kostet leider sehr viel Geld. Wenn man sich zum Kauf durchgerungen hat, wird man es aber nicht bereuen.
Auf Themen wie Synchronisation, etc. gehen wir hier nicht ein. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, der sollte sich in unseren Artikel über das HTC 7 Mozart ansehen, in dem wir ausführlich über Windows Mobile 7 und die Synchronisation berichet haben.